Lexikon

Fördermittel

Fördermittel sind finanzielle Unterstützungsleistungen, die für bestimmte Vorhaben und Zwecke bereitgestellt werden.1 Für Kommunen kommen insbesondere Zuschüsse und Förderdarlehen in Betracht. Je nach Programm können auch Bürgschaften oder andere Förderinstrumente eingesetzt werden. Fördergeber sind unter anderem die Europäische Union, der Bund und die Länder sowie öffentliche Förderbanken und Förderinstitute. 

Zweck von Fördermitteln 

Schulen und Kitas, Straßen und Verkehrsinfrastruktur, Breitbandausbau und Digitalisierung, Energieversorgung oder Klima- und Katastrophenschutz: Kommunen stehen vor umfangreichen Investitionsaufgaben. Fördermittel können dazu beitragen, diese Vorhaben zu finanzieren und kommunale Eigenmittel gezielt zu ergänzen. Wie wichtig Fördermittel für die kommunale Investitionsfinanzierung sind, zeigt das KfW-Kommunalpanel 2026. Danach nutzten 2025 rund 88 Prozent der Kommunen Fördermittel. Im durchschnittlichen Finanzierungsmix entfielen 21 Prozent der kommunalen Investitionsfinanzierung auf Fördermittel.2

Zusätzliche Bedeutung erhält die kommunale Investitionsförderung durch das 2025 geschaffene Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität. Insgesamt stehen bis zu 500 Milliarden Euro für zusätzliche Investitionen zur Verfügung. Davon sind 100 Milliarden Euro für Infrastrukturinvestitionen in der Zuständigkeit von Ländern und Kommunen vorgesehen. Förderfähig sind unter anderem Verkehr, Bildungs- und Betreuungsinfrastruktur, Digitalisierung, Energie, Krankenhäuser sowie Bevölkerungsschutz. 

Fördermittelarten 

Neben klassischen Kreditmarktdarlehen stehen Kommunen unterschiedliche Förderinstrumente zur Verfügung. Zuschüsse sind nicht rückzahlbare Zuwendungen. Sie können unmittelbar durch eine Förderbank oder einen anderen Fördergeber bewilligt werden. Förderdarlehen sind zweckgebundene Kredite. Je nach Förderprogramm können sie beispielsweise mit vergünstigten Zinskonditionen oder anderen vorteilhaften Finanzierungsbedingungen ausgestattet sein. Ein Schwerpunkt öffentlich-rechtlicher Förderbanken liegt auf der Bereitstellung zinsgünstiger Darlehen. Daneben kommen je nach Förderzweck auch Bürgschaften und Haftungsfreistellungen zum Einsatz. Sie können die Finanzierung von Investitionen erleichtern, indem ein Teil des Finanzierungsrisikos abgesichert wird. Der VÖB berücksichtigt Zuschüsse, Darlehen sowie Bürgschaften und Haftungsfreistellungen als wesentliche Instrumente des Fördergeschäfts.3

Förderbanken 

Förderbanken handeln im öffentlichen Auftrag und unterstützen die Umsetzung wirtschafts-, struktur-, wohnungs-, umwelt- und gesellschaftspolitischer Ziele. Zu ihren Tätigkeitsfeldern gehören unter anderem die kommunale Infrastruktur, der Wohnungs- und Städtebau, die Wirtschafts- und Mittelstandsförderung sowie die Landwirtschaft. 

Nach der aktuellen Förderstatistik des Bundesverbandes Öffentlicher Banken Deutschlands (VÖB) gibt es 19 Förderinstitute. Dazu gehören 17 regionale Institute sowie die bundesweit tätige KfW Bankengruppe und die Landwirtschaftliche Rentenbank.4

Entwicklung der kommunalen Förderdarlehen und Zuschüsse 

Die Bedeutung der Förderbanken für die kommunale Finanzierung ist zuletzt deutlich gestiegen. Nach Angaben des VÖB wurden 2025 im Bereich der kommunalen Förderung Darlehen in Höhe von rund 18,7 Milliarden Euro bewilligt. 2024 waren es rund 12,0 Milliarden Euro. Das Volumen der kommunalen Zuschüsse lag 2025 bei rund 3,6 Milliarden Euro nach rund 3,8 Milliarden Euro im Vorjahr. Die folgende Grafik zeigt die Entwicklung der von den deutschen Förderbanken bewilligten Zuschüsse und Darlehen im Bereich der kommunalen Förderung. 

Abbildung in Anlehnung an: VÖB 2026, Fördergeschäft in Deutschland 2016–2025

Verteilung deutscher Förderbanken

Nach der aktuellen Förderstatistik des Bundesverbandes Öffentlicher Banken Deutschlands (VÖB) gibt es 19 Förderinstitute. Dazu gehören 17 regionale Institute sowie die bundesweit tätige KfW Bankengruppe und die Landwirtschaftliche Rentenbank. Die Förderbanken der Länder sind wichtige Ansprechpartner für regionale Förderprogramme. Hinzu kommen mit der KfW Bankengruppe und der Landwirtschaftlichen Rentenbank zwei Förderbanken auf Bundesebene. Die aktuelle Übersicht des VÖB führt folgende Institute auf: 

Förderinstitute Bilanzsumme 2024 in Mrd. Euro
Landesförderinstitut Mecklenburg-Vorpommern – Geschäftsbereich der NORD/LB 0,9
Investitionsbank des Landes Brandenburg 15,4
Sächsische Aufbaubank – Föderbank 10,6
Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH) 22,4
Hamburgische Investitions- und Förderbank 7,2
Bremer Aufbau-Bank GmbH 1,3
Investitions- und Förderbank Niedersachsen – Nbank 5,9
Investitionsbank Berlin 23,5
Investitionsbank Sachsen-Anhalt – Anstalt der NORD/LB 1,7
LfA Förderbank Bayern 24,5
Bayerische Landesbodenkreditanstalt 22,7
NRW.BANK 161,8
Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) 10,6
SIKB Saarländische Investitionsbank AG 2,0
L-Bank, Staatsbank für Baden-Württemberg 91,8
Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen – rechtlich unselbstständige Anstalt in der Landesbank Hessen-Thüringen Girozentrale 30,0
Thüringer Aufbaubank 3,7
KfW Bankengruppe 545,4
Landwirtschaftliche Rentenbank 95,0
Quelle: Geschäftsberichte der Förderbanken, eigene Darstellung

Digitale Abbildung von Fördermitteln: Die übersichtliche komuno-Fördermittelübersicht

Die große Zahl unterschiedlicher Förderprogramme macht es für Kommunen nicht immer einfach, den Überblick zu behalten. Unterschiedliche Fördervoraussetzungen, Antragsverfahren und Nachweispflichten erhöhen zusätzlich den Verwaltungsaufwand. Gerade deshalb gewinnen zentrale und strukturierte Informationsangebote an Bedeutung. Das KfW-Kommunalpanel bestätigt den hohen Bedarf an einer zentralen Informationsplattform für Förderprogramme. 

Auf komuno steht Nutzern eine tagesaktuelle Übersicht von Förderprogrammen der EU, des Bundes und der Länder für Kommunen zur Verfügung. Die Programme können nach unterschiedlichen Kriterien gefiltert und über eine Stichwortsuche recherchiert werden. Auch weiterführende Informationen und Dokumente zu den jeweiligen Förderangeboten lassen sich zentral aufrufen. Damit unterstützt komuno Kommunen dabei, passende Fördermöglichkeiten schneller zu finden und die Vorbereitung von Fördervorhaben zu erleichtern. 

News zu komuno

  • klartext. komuno trifft Peter Darmstadt, Sparkasse Darmstadt und Dieburg: Sparkassenfusionen – Mehr Stärke für Region und Kommunen

    Im Gespräch erklärt Thomas Gückel von der LBS Hessen-Thüringen, wie Kommunen durch die Kombination aus Kredit und Bausparvertrag Finanzierungskosten optimieren, langfristige Zinssicherheit schaffen und zugleich flexibel bleiben können.

  • Kommunale Handlungsfähigkeit im Fokus: komuno beim 22. Deutschen Kämmerertag

    Unter dem Leitgedanken „Handlungsfähigkeit sichern – Zukunft gestalten“ treffen sich Expertinnen und Experten aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft auf dem 22. Deutschen Kämmerertag in Berlin zum Austausch über die Zukunft der Kommunalfinanzen. komuno ist auch 2026 dabei.

  • klartext. komuno trifft LBS Hessen-Thüringen. Neue Impulse für die Kommunalfinanzierung mit kombinierter Kredit- und Bausparlösung

    Im Gespräch erklärt Thomas Gückel von der LBS Hessen-Thüringen, wie Kommunen durch die Kombination aus Kredit und Bausparvertrag Finanzierungskosten optimieren, langfristige Zinssicherheit schaffen und zugleich flexibel bleiben können.

  • klartext. komuno trifft Independent Credit View AG, Zürich

    Während Kommunen verlässliche Finanzierungspartner und wettbewerbsfähige Konditionen suchen, benötigen Banken und Investoren belastbare Einschätzungen zur Bonität und Entwicklung öffentlicher Schuldner. Genau hier setzt Independent Credit View AG aus Zürich an.